Wentorf bei Hamburg

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg war eine der ersten Kommunen in Schleswig-Holstein, die im Jahr 1995 von der Aufgabe eines großen Bundeswehrstandortes im Ortsgebiet betroffen wurde. Mit der Schließung der Bose-Bergmann- und der Bismarck-Kaserne war nicht nur ein empfindlicher Kaufkraftverlust und der Wegfall vieler ziviler Arbeitsplätze in der damals annähernd 9.000 Einwohner zählenden Gemeinde verbunden. In direkt Nähe zur Ortsmitte lag nun ein Areal, das für eine geordnete städtebaulichen Nachnutzung zur Verfügung stand.

Der Gedanke, den vorhandenen Gebäudebestand insgesamt möglichst unverändert weiter zu nutzen, musste schnell aufgegeben werden. Unter Beteiligung der LEG entstand in einem kooperativen Verfahren mit der Gemeinde ein Rahmenplan, der neben umfangreichen Wohnbau- und Gewerbefläche die Schaffung einer neuen Ortsmitte auf dem Konversionsareal vorsah. Auf dieser Grundlage erfolgte in 1996 der Flächenerwerb durch die LEG.

Nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zwischen der Gemeinde Wentorf und der LEG begann Anfang 1997 unter Leitung der LEG der Rückbau des vorhandenen Gebäudebestandes.

Zum Ende des gleichen Jahres konnte bereits mit der Neuerschließung auf den zwischenzeitlich freigeräumten Flächen begonnen werden. Parallel zu den fortschreitenden Baumaßnahmen begann die Vermarktung der Baulandflächen. Die starke Nachfrage nach den entstehenden Bauflächen bestätigte das Entwicklungskonzept.

Insgesamt sind in dem neuen Ortsteil Wohneinheiten für bis zu ca. 4.000 Wentorfer Neubürger entstanden. In dem Gebiet wurden in den beiden verbleibenden Bestandsgebäuden zwei Kindertageseinrichtungen geschaffen. Daneben entstanden in dem Gebiet ein integratives Wohnprojekt für Menschen mit Handicap, eine Wohnanlage mit einem altengerechten Wohnangebot sowie eine Pflegeeinrichtung mit Vitalcenter.

Eine umfangreiche Durchgrünung und ausreichend Spielplätze für verschiedene Alterstufen machen den neuen Ortsteil gerade für junge Familien interessant.

Daneben wurden rund 8 ha wertvoller Misch-, Gewerbe- und Einzelhandelsflächen im südlichen Bereich der Konversionsmaßnahme geschaffen, die zwischenzeitlich von einer breiten Spanne verschiedenster Gewerbebetriebe und Dienstleister genutzt werden. Hierdurch konnte eine Kompensation der durch den Bundeswehrabzug entfallenden Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Zusammenhang mit der Stadtentwicklungsmaßnahme hat die LEG zudem über eine neu geschaffene Verkehrsführung südlich der Gewerbeflächen das Verkehrsaufkommen in der Ortsmitte stark reduziert.